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Die Finnen und die Wölfe

Nach zunehmenden Sichtungen von Wölfen im Westen Finnlands bereiten sich die zuständigen Stellen darauf vor, ihre Strategie im Umgang mit den Tieren zu überarbeiten.

von MoinMoiNews , 11.10.2018 — 0 Kommentare

© Michael Larosa/Unsplash

Der Wolf ist ohne Zweifel ein Tier, das bei vielen Menschen für gemischte Gefühle sorgt. Auch in Finnland gestaltet sich das Nebeneinander von Wolf und Mensch nicht immer einfach, vor allem in den westlichen Gebieten, wo die Wolfspopulation in den letzten Jahren stark gewachsen ist. „In Österbotten haben wir keine lange Geschichte mit den Tieren“, gibt Mikael Luoma vom finnischen Wildzentrum gegenüber Yle zu bedenken. „Wir rechnen allerdings damit, dass sie zu einem bleibenden Teil der heimischen Tierwelt werden, und müssen lernen, mit ihnen zu leben. Auch Wolfsrudel sind bei uns relativ neu. Wir brauchen mehr Informationen über sie.“ Dazu zählen etwa Daten zur Größe der Population sowie zu Wanderungen, Revieren und allgemeinem Verhalten. Um diese Informationen zu erhalten, sollen die Wölfe in Westfinnland im Frühjahr 2019 mit Halsbändern ausgestattet werden, um sie zu überwachen. Dazu werden die Tiere von einem Helikopter aus betäubt und nach dem Anbringen des Halsbands wieder freigelassen. Diese Maßnahmen setzen jedoch unter anderem das Einverständnis der Eigentümer des betreffenden Gebiets voraus – und genug Schneefall im kommenden Winter, um die Wölfe aufspüren zu können.

Das Überwachen der Wölfe soll nicht zuletzt helfen, den Sorgen der Bevölkerung entgegenwirken. Besonders Landwirte und Pelzfarmen stehen der bisherigen finnischen Wolfspolitik kritisch gegenüber. Im Sommer organisierte ein Zusammenschluss von schwedischsprachigen Verbänden dieser Produktionszweige eine Demonstration in Vaasa. Die Wölfe hätten bemerkt, dass sich auf Pelztierfarmen leichte Beute machen lasse, erklärt Steven Frostdahl von der Pelztiervereinigung Schwedisches Österbotten gegenüber Yle. Das Problem sei in Österbotten zuvor nicht bekannt gewesen, habe aber ernste Auswirkungen auf die Sterblichkeit der Tiere auf den Farmen. Trotz zahlreicher Zwischenfälle habe es von offizieller Seite keine Erlaubnis zum Abschuss der Wölfe gegeben. Frostdahl hält daher eine entsprechende Gesetzesänderung für nötig.

Dass die Demonstration gerade in Vaasa stattfand, dem Verwaltungssitz von Österbotten, ist kein Zufall. Nach Angaben des finnischen Instituts für Naturressourcen Luke konzentriert sich etwa 70% der gesamten Wolfspopulation in Finnland auf dieses Gebiet, ihre Zahl hat sich seit der letzten Zählung sogar verdoppelt. Auch die geographische Verteilung der Population hat sich verändert. Lebten die Tiere früher noch überwiegend in Ostfinnland, sind sie in den letzten Jahren zunehmend gen Westen gewandert, wo auch die menschliche Besiedlungsdichte höher liegt.

Eltern von kleinen Kindern bereiten die zunehmenden Wolfssichtungen Sorgen. „Wir trauen uns nicht, die Kinder alleine im Hof spielen zu lassen“, erklärt Susanna Arvela-Jalonen aus dem südfinnischen Kaivola gegenüber Yle. „Es muss immer jemand aufpassen, weil wir nicht wissen, wann und von wo die Wölfe kommen. Im Dorf gibt es kein Haus, auf dessen Hof die Tiere in den letzten drei Jahren nicht gesichtet worden sind.“ Auch beim Beerenpflücken bleiben die Menschen sicherheitshalber in Sichtweite des Dorfes und gehen nicht zu tief in den Wald. Ähnliche Sorgen kamen bei der Demonstration in Vaasa zum Ausdruck: Die Anwohner fühlen sich durch die Wölfe in ihren täglichen Aktivitäten eingeschränkt.

Als Reaktion auf die gestiegene Anzahl der Wolfssichtungen stellte die finnische Regierung 300.000 Euro für die Überwachung und Kontrolle der Population zur Verfügung. Zusätzlich wurde in diesem Jahr keine Obergrenze für die ausgestellten Genehmigungen zum Abschuss gefährlich gewordener Tiere festgelegt, wie sie noch in den vergangenen Jahren bestand. Die finnische Wolfspolitik soll ebenfalls überarbeitet werden – ein entsprechender Plan wurde in Zusammenarbeit verschiedener Ministerien entwickelt und erwartet derzeit seine Bestätigung im Frühjahr 2019.

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