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Unsichere Arbeitsverhältnisse

Berichte von Gewalt gegen Rettungs- und Pflegekräfte lenken die öffentliche Aufmerksamkeit in Finnland verstärkt auf die Situation von Ersthilfe, Pflege, Polizei und Feuerwehr.

von MoinMoiNews , 10.01.2019 — 1 Kommentar

© Rawpixel/Unsplash


Rettungs- und Ersthilfeverbände sorgen sich in Finnland zunehmend um die Sicherheit ihrer Beschäftigten. Ihre Sorge wird durch neue Umfrageergebnisse gestützt: Das finnische Institut für Gesundheit am Arbeitsplatz (Työterveyslaitos) befragte im vergangenen Jahr Beschäftigte aus dem sozialen und medizinischen Dienstleistungssektor zu Gewalterfahrungen oder deren Androhung durch Patientinnen und Patienten. 54 Prozent gaben laut Yle an, bereits entsprechende Situationen erlebt zu haben. In einigen Regionen und Berufsgruppen lägen die Zahlen sogar deutlich höher. Von sexueller Belästigung berichteten etwa 15 Prozent der Befragten. Die Umfrage fand im letzten Jahr statt und umfasste insgesamt rund 24.000 Beschäftigte in den Regionen Nord- und Südkarelien, Südsavo, Päijät-Häme, Nordösterbotten und Kainuu.

Andere Umfragen zeigen ähnliche Ergebnisse. In einer weniger umfangreichen Befragung hatte der finnische Ersthilfeverbund im vergangenen Jahr festgestellt, dass ein Großteil der Ersthelferinnen und -helfer während der Arbeit gefährlichen bis gewaltsamen Situationen ausgesetzt ist. Am häufigsten seien verbale Drohungen und aggressives Verhalten, es würden aber auch Gegenstände geworfen oder mit Schuss- und Stichwaffen sowie Tötungsabsichten gedroht. Ein Viertel der Befragten berichtete von Körperverletzung. Der Umfrage nach fühlten sie sich mit ihren Problemen zudem oft alleingelassen, da viele dieser Vorfälle keine Konsequenzen nach sich gezogen hätten. Der finnische Ersthilfeverbund und der Verbund der Feuerwehren forderten daher in einer Bekanntmachung im Februar eine Änderung des Strafgesetzes, nach der Angriffe auf Beschäftigte in Rettung und Notfallversorgung nach demselben Maß bestraft werden sollen wie gewaltsamer Widerstand gegen Beamte.

Vorfälle wie die in den Umfragen beschriebenen haben die öffentliche Aufmerksamkeit in Finnland auf die Situation von Ersthilfe und Pflege, aber auch Polizei und Feuerwehr gelenkt. In seiner Neujahrsansprache warnte Präsident Sauli Niinistö vor einer Untergrabung der Wertschätzung für jene Dienste, die für die finnischen Freiheit, Sicherheit und Demokratie von zentraler Wichtigkeit seien. Im Land laufe etwas gewaltig schief, wenn diejenigen, die der Gesellschaft ihre Hilfe zur Verfügung stellten, sich vor denen fürchten müssten, die von dieser Hilfe profitierten. Die Wertschätzung der finnischen Demokratie bemesse sich im alltäglichen Umgang miteinander – auf beiden Seiten.

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Kommentare

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Jana Revontulet 11. Januar 2019 04:59

Dann ist diese Situation nicht nur ein Phänomen in Deutschland. Sehr traurig.

Fail GraphicBitte überprüfe deine Angaben. Vielen Dank.

Success RocketHat geklappt. Vielen Dank.

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