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Bessere Babyboxen

Ein aktueller Bericht der Organisation Finnwatch bemängelt die Herstellungsbedingungen einiger Produkte in den berühmten finnischen Babyboxen.

von MoinMoiNews , 19.01.2019 — 0 Kommentare

© Insung Yoon/Unsplash (bearbeitet)

Die Babybox ist vielen Finnlandinteressierten ein Begriff. Im Norden als wichtige Innovation geschätzt und durch internationale Berichterstattung über die Grenzen Finnlands hinaus bekannt, versorgt die auch als Mutterschaftspaket bezeichnete Box jährlich mehrere Zehntausend junge Familien mit mehr als 50 Produkten für die ersten Monate mit dem neugeborenen Kind. Doch wie werden diese Produkte hergestellt und woher kommen sie? Diesen Fragen ging Finnwatch im vergangenen Jahr in einer Untersuchung nach. Die finnische Organisation forderte dafür von allen Unternehmen, die im vergangenen Jahr Produkte für die Babybox bereitstellten, Informationen über deren Herkunft und Herstellung an. Von den 18 Unternehmen, die kontaktiert wurden, antworteten fast alle auf die Anfrage. Einzige Ausnahmen waren Jutta Product und North Outdoor, von denen letzteres in der Zeit der Befragung den Besitzer wechselte. Die Ergebnisse ihrer Untersuchung veröffentlichte Finnwatch Mitte Januar in einem detaillierten Bericht.

Dem Bericht nach wird ein Großteil der Produkte in den Babyboxen in Billiglohnländern hergestellt. Wie die Geschäftsführerin von Finnwatch Sonja Vartiala erklärt, ist daher damit zu rechnen, dass bei der Produktion die Rechte der Arbeiterinnen und Arbeiter verletzt werden. Besonders problematisch sei die Situation bei den Rohstoffen, weil viele Unternehmen deren Ursprung nicht genau kennen würden. Die Baumwollproduktion sei beispielsweise bekannt für Kinderarbeit und Vergiftungstode unter den Pflückerinnen und Pflückern. Wichtigstes Importland für die Bestandteile der Babyboxen ist dem Bericht nach China, mit einigem Abstand gefolgt von Pakistan, Indien und Bangladesch.

Das Problem sieht Finnwatch vor allem in den Auswahlkriterien bei der finnischen Sozialversicherungsanstalt Kela, die Zusammenstellung und Ausgabe der Babyboxen koordiniert. Statt auf eine sozial verantwortungsvolle Produktion setzten sie vor allem auf günstige Preise. Positiv hervorzuheben sei jedoch die bereitwillige Kooperation der meisten Firmen während der Untersuchung. Finnwatch zufolge hat sich Kela zudem verpflichtet, im Jahr 2020 zusätzliche Anforderungen an die Verantwortlichkeit der Produkte zu stellen. Auch diese Anforderungen seien jedoch nicht über jede Kritik erhaben, denn sie bezögen sich nicht auf unverhältnismäßige Überstunden oder zu niedrige Löhne. Vartiala hofft daher, dass Kela seine Kriterien noch weiterentwickelt, um finnischen Familien in Zukunft wirklich gute Babyboxen bieten zu können.

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