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Schakale auf dem Vormarsch

Nach Sichtungen in Estland bereitet sich auch Finnland auf den Goldschakal vor.

von MoinMoiNews , 22.01.2019 — 0 Kommentare

© Colin Watts/Unsplash (bearbeitet)


In Finnland wartet man derzeit auf die Ankunft eines Tieres, das auf den ersten Blick kaum in die nördlichen Bereiten passen will – den Goldschakal. Goldschakale leben eigentlich im Nahen Osten und Indien in offenen Landschaften wie Savannen und Felswüsten. In Europa sind sie vor allem auf dem Balkan verbreitet, wandern jedoch aufgrund von klimatischen Veränderungen zunehmend auch nach Westen und Norden. Nach der Sichtung erster Tiere in Estland werden nun auch in Finnland bereits einzelne Exemplare vermutet. Professor Ilpo Kojola vom Institut Luke rechnet damit, dass die Schakale sich in den Ufergebieten Süd- und Westfinnlands ansiedeln werden, wo sie nicht mit allzu tiefem Schnee zu kämpfen hätten. In Estland habe sich außerdem gezeigt, dass die Tiere die Nähe zu menschlichen Siedlungen bevorzugten, weil sie dort einfachen Zugang zu Nahrung und Schutz vor größeren Raubtieren fänden.

Goldschakale sind eng mit dem Wolf verwandt, mit einer Schulterhöhe zwischen 35 und 50 Zentimetern und einem Gewicht von etwa neun Kilo jedoch deutlich kleiner. Die Tiere vermehren sich außerdem schnell: Wie Wölfe leben sie in Familienverbänden und bekommen pro Wurf durchschnittlich vier bis sechs, mitunter aber auch bis zu zwölf Junge.

Wildschützer stehen der Einwanderung des Goldschakals kritisch gegenüber. Vor allem für die vielen am Wasser und in Bodennähe nistenden Vögel, die jedes Jahr in Finnland Station machen, stellt der neue Räuber eine Bedrohung dar. Ein weiteres Problem sieht Jarkko Nurmi vom finnischen Wildzentrum Riistakekus in Krankheiten, die durch die Tiere eingeschleppt werden könnten. Eine ungehinderte Verbreitung des Goldschakals in Finnland sei eine Bedrohung für die Vielfalt des heimischen Ökosystems. Man habe aus den Fehlern gelernt, die mit Marderhund und Nerz gemacht wurden, bestätigt Sami Niemi, der das finnische Land- und Waldwirtschaftsministerium berät. Diese hätten sich sehr schnell vermehrt. Beim Goldschakal wolle man deshalb bereits jetzt die notwendigen Maßnahmen ergreifen, bevor er im Land Fuß fassen könne: Eine entsprechende Änderung des Jagdgesetzes soll die unkontrollierten Verbreitung des Schakals in Finnland verhindern.

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