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Lange Wege und regionaler Stil


Kupferfunde aus dem Westen Finnlands zeugen von den ausgedehnten Handelsrouten im Europa der Eisenzeit.

von MoinMoiNews , 26.06.2019 — 0 Kommentare

© Elisabeth Holmqvist-Sipilä/STT Viestintäpalvelut


Finnland ist heute ein selbstverständlicher Teil Europas, nicht zuletzt seit dem Beitritt des Landes zur Europäischen Union im Jahr 1995. Dass jedoch schon in der Eisenzeit, also vor mehr als 2000 Jahren, ein reger Austausch zwischen dem Norden und dem Süden Europas stattfand, haben Forscherinnen und Forscher der Universität Helsinki jetzt anhand von metallenen Schmuckstücken aus dem Grab von Levänluhta nachgewiesen, das zu den bekanntesten archäologischen Stätten in Finnland zählt.

Untersucht wurden dafür die Verstorbenen, die während der Eisenzeit in Levänluhta bei dem westfinnischen Dorf Isokyrö im Wasser beigesetzt wurden. Einigen der rund hundert Leichen wurden dabei Armbänder oder Halsketten aus Kupferlegierungen, Bronze und Messing mitgegeben. Bisher nahm man in der Archäologie an, dass das Kupfer für diese und andere in der Eisenzeit in Finnland gebrauchte Gegenstände aus dem heutigen Südskandinavien stamme. Nachdem jedoch auch bei in Schweden gemachten Kupferfunden eine ausländische Herkunft des Metalls nachgewiesen wurde, wurden auch die finnischen Funde neu bewertet. Durch einen Vergleich der geochemischen Beschaffenheit der Gegenstände aus Levänluhta mit Erzen aus anderen Teilen Europas konnte ein Team von der Universität Helsinki und dem finnischen Forschungszentrum für Geologie die verwendeten Metalle in das Gebiet des heutigen Griechenlands und Bulgariens zurückverfolgen, wo in der Eisenzeit viel Kupfer produziert wurde. Dieses Kupfer fand dann in Form von Geschenken, Kriegsbeute und Handelsgut seinen Weg auch in die nördlichen Regionen Europas.

Die Ergebnisse des Forschungsteams binden Finnland damit in den weitverbreiteten Kupferhandel auf dem europäischen Festland ein. Bis das Metall Finnland erreichte, hatte es also einen langen Weg durch viele Hände hinter sich. Neben dieser räumlichen Dimension zeigt sich in den archäologischen Funden aber auch eine technische und künstlerische Vielschichtigkeit. Wie Dr. Elisabeth Holmqvist-Sipilä von der Universität Helsinki erklärt, sind etwa die Schmuckstücke aus Levänluhta typisch für den vorherrschenden Stil der Region und der Zeit. Aus den weitgereisten Rohmaterialien schufen die Menschen im Finnland der Eisenzeit also schlussendlich Schmuckstücke, die auch regionale Identität und Bindung an die eigene Heimatgegend ausdrücken konnten.

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