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Kaum Einfluss von Bots bei den Parlaments- und Europawahlen


Im Vorfeld der finnischen Parlamentswahlen und der Europawahl untersuchte ein Team von Forschern der Aalto-Universität die Aktivitäten der User auf Twitter.

von MoinMoiNews , 05.07.2019 — 0 Kommentare

© Con Karampelas/Unsplash


Im April und Mai standen in Finnland gleich zwei wichtige Wahlen an – die finnische Parlamentswahl und die Wahl zum Europarlament. Für beide Wahlen haben Forscher der Aalto-Universität im Rahmen des ELEBOT-Projekts untersucht, inwieweit Bots in den sozialen Netzwerken vor der Wahl Einfluss auf die Diskussionen dort ausübten. Als Grundlage dienten ihnen dabei Inhalte, die zwischen dem 20. Januar und dem 15. April sowie zwischen dem 14. April und dem 31. Mai auf Twitter gepostet wurden.

Bei sozialen Bots handelt es sich um Programme, die beispielsweise automatisch auf bestimmte Hashtags reagieren und vorher programmierte Informationen posten können. Oft besitzen auf diese Weise agierende Accounts ein Profilbild sowie eine gewisse Menge von Posts und Followern und folgen auch selbst anderen Accounts, sodass sie auf den ersten Blick nicht von normalen Usern zu unterscheiden sind.

Für beide Wahlen fand das Forschungsteam der Universität Aktivität von sozialen Bots auf Twitter: Von den etwas über 188.000 Accounts, die im Zusammenhang mit den Parlamentswahlen untersucht wurden, seien 5,5 Prozent als Bots identifiziert worden, während es bei den Europawahlen 2,8 Prozent von 118.000 Profilen gewesen seien. Deren Reichweite blieb jedoch weit hinter dem zurück, was etwa im Zusammenhang mit den letztjährigen Kongresswahlen in den USA beobachtet wurde. Nach dem am Freitag veröffentlichten Abschlussberichts des ELEBOT-Projekts machten automatisch generierte Inhalte vor den Wahlen jeweils höchstens ein halbes Prozent der Tweets aus, die User auf ihren Profilen teilten, obwohl die Bots sich größtenteils in den gleichen Themenkreisen bewegten wie gewöhnliche User. Dabei sei die Aktivität der Bots jedoch ungleichmäßig verteilt gewesen, was sich beispielsweise daran zeige, dass sie häufiger zu bestimmten Themen posteten als nicht-automatisierte Accounts. Interaktionen zwischen Bots und gewöhnlichen Usern machten bei den finnischen Parlamentswahlen insgesamt etwa 4 Prozent und bei den Europawahlen etwa 2 Prozent aller untersuchten Kommunikationsinstanzen aus.

Identifiziert wurden die Bots in der Studie der Aalto-Universität mithilfe des Programms Botometer, das am Indiana University Network Science Institute entwickelt wurde und Twitter-Accounts basierend auf ihrem Verhalten und dem Inhalt ihrer Tweet eine Prozentangabe zuteilt, die angibt, mit welcher Wahrscheinlichkeit es sich um einen Bot handelt. Im Rahmen der Untersuchung galt jeder Account als Bot, der einen Score von 40 Prozent oder mehr erzielte. In ihrem Bericht erinnern die Forscher jedoch daran, dass solche Einteilungen nicht ohne Fehler sind. Auf der einen Seite könnten mit dem verwendeten Programm vor allem bei finnischsprachigen Accounts nicht alle Inhalte ausgewertet werden, und auf der anderen Seite sei es nicht immer möglich, alle Bots zu erkennen, da diese sich permanent weiterentwickelten. Auch beziehe sich der Bericht vorerst nur auf Wahlbeeinflussung auf Twitter – um ein vollständiges Bild der Situation zu erhalten, müssten auch andere Plattformen einbezogen werden.


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