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Ins kalte Wasser springen

Nicht alle Austauschstudierende sind für ein Wintersemester in Finnland gut gerüstet. Gute Vorbereitung und Unterstützung vor Ort sind daher wichtig.

von SusanneT , 03.01.2020 — 0 Kommentare

Winterliches Auslandssemester in Jyväskylä, Finnland © Susanne Triesch

In Flip-Flops und ohne Wintersachen im Gepäck ankommen ist kein optimaler Start in ein Auslandssemester in Finnland. So aber ging es zwei Australierinnen und sie sind nicht die einzigen, die nicht ausreichend für den finnischen Winter gewappnet sind. Unter den tausenden Austauschstudierenden, die jedes Jahr für ein bis zwei Semester nach Finnland kommen, sind viele an die warmen Temperaturen ihrer Heimatländer wie Australien, Neuseeland oder Thailand gewöhnt.
Viele müssen sich daher erst vor Ort mit warmen Sachen versorgen, dabei helfen ihnen die Organisationen des Austauschs und der Hochschulen sowie ihre einheimischen Mitstudierenden, indem sie ihnen zum Beispiel Secondhand-Läden und Flohmärkte zeigen. Die brasilianische Studentin Bruna, von der YLE berichtet, hat zu Hause noch eine Mütze und in Kokkola dicke Handschuhe und Socken geschenkt bekommen, damit sie gut durch die ungewohnte Kälte kommt.
Für die meisten ist sicherlich der gute Ruf des finnischen Bildungssystems der anziehende Faktor. Manche Austauschstudierende kommen dagegen auch extra wegen des Schnees nach Nordeuropa, wie ein vietnamesischer Student von sich erzählt, und wieder andere entdecken in Finnland die Sauna für sich. Um sich besser zurechtzufinden und nicht am dunklen, kalten Winter zu verzweifeln, bieten einige Hochschulen auch die Vernetzung mit Patenfamilien an. Die Austauschstudierenden können so durch regelmäßige Treffen in ungezwungener Atmosphäre das Alltagsleben in Finnland noch besser kennenlernen. Jenseits von Hörsaal und Studierendenwohnheim bekommt man so ganz authentische Einblicke und kann den finnischen Winter richtig genießen, mit Zimtschnecken backen, Schlitten fahren, Sauna und vielem mehr.
Neben den Austauschstudierenden, die nur für kurze Zeit nach Finnland kommen, absolvieren auch viele ein ganzes Studium dort, in der Regel in englischsprachigen Masterstudiengängen. Die Beliebtheit von Finnland als Studienort ist auch durch die Einführung von Studiengebühren für Studierende aus Nicht-EU bzw. -EWR-Ländern nicht wesentlich gesunken.
Damit die jungen Leute eine Vorstellung davon haben, worauf sie sich einlassen, bemühen sich die Austauschorganisationen, bereits im Vorhinein umfassend über die Bedingungen in Finnland zu informieren. Denn nicht nur das Wetter kann böse Überraschungen bereithalten, auch bei kulturellen Unterschieden ist es gut, nicht ganz unvorbereitet in das Land zu kommen – damit man beim Start ins Auslandssemester nicht ins kalte Wasser springen muss.

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