Close

Anmelden

.

Passwort muss zwischen 8 und 64 Zeichen lang sein

.
Passwort vergessen

Noch kein Benutzerkonto Registrieren

Früher Start mit Fremdsprachen


Der Sprachenunterricht ab der ersten Klasse soll für mehr sprachliche Vielfalt an finnischen Schulen sorgen. In der Praxis könnte er jedoch lediglich eine weitere Stärkung des Englischen bedeuten.

von MoinMoiNews , 18.01.2020 — 0 Kommentare

© Farzad Mohsenvand/Unsplash

Mit dem Beginn des aktuellen Schuljahres hat an finnischen Schulen auch ein neues Bildungsprojekt begonnen: Die Kinder der ersten Klasse können nun bereits ab der Einschulung eine Fremdsprache erlernen. Bisher war dies erst ab der dritten Klasse möglich. Den vorgezogenen Sprachunterricht ermöglicht die Verlängerung der Schulwoche um eine Unterrichtseinheit auf 20 Stunden.

Vom frühen Beginn der sprachlichen Förderung verspricht man sich viel: So soll er etwa die kindliche Neugier nutzen, den Einfluss sozioökonomischer Unterschiede auf die Bildungschancen verringern und die Kenntnisse der im finnischen Schulsystem bisher weniger stark vertretenen Sprachen verbessern. Bildungsexpert*innen befürchten jedoch, dass die finanzielle Realität der Kommunen zumindest die beiden letztgenannten Hoffnungen ins Gegenteil verkehren könnte. Da viele Kommunen nicht die Ressourcen hätten, um neben dem Englischen noch weitere Sprachen anzubieten, könne der frühe Beginn zu einer weiteren Überbetonung des Englischen im Schulunterricht führen.

Dem finnischen Zentralamt für Unterrichtswesen OPH und dem Berufsverband des Bildungssektors OAJ zufolge gibt das den Kindern ungleiche Chancen, je nachdem, wo in Finnland sie wohnen und welche Möglichkeiten ihr Heimatort ihnen bieten kann. Beim späteren Start ins Berufsleben oder eine weiterführende Ausbildung hätten die Schüler*innen damit nicht überall den gleichen Stand, so Pauliina Viitamies vom OAJ. Um das Unterrichtsangebot zu erweitern, müssten die Gemeinden daher investieren, etwa in kleinere Lerngruppen, Weiterbildungen für Lehrkräfte und Zusammenarbeit mit den Kindergärten.

Die Stadt Tampere nimmt in diesem Zusammenhang eine Vorreiterrolle ein: Sprachkompetenz ist hier als Ziel der Bildungspolitik festgeschrieben und wird bereits seit zehn Jahren aktiv gefördert. In der ersten Klasse können die Kinder zwischen sieben Sprachen wählen: Englisch, Schwedisch, Deutsch, Französisch, Spanisch, Russisch und Chinesisch. Die erste Berührung mit einer Zweitsprache findet schon vor Schulbeginn statt, zum Beispiel durch Sprachspiele im Kindergarten und ein Schnupperprogramm im Vorschulunterricht, in dem über acht Wochen hinweg jede Woche eine neue Sprache vorgestellt wird, erklärt Koordinatorin Outi Verkama. Und das Programm trage Früchte: Jedes dritte Kind wähle in der dritten Klasse als erste Fremdsprache eine andere Sprache als Englisch. Zum Vergleich: Landesweit lag dieser Anteil im Jahr 2018 nach Angaben von OPH bei gerade einmal zehn Prozent.

Left Arrow
Right Arrow

Ähnliche Beiträge

Bearbeiten
Finnland News

Gutes Abi nur mit Extrakurs-Abo?

Für den Studienstart haben ab jetzt die Noten d...

Bearbeiten
Finnland News

Hungrig in der ersten Stunde

Gegen das morgendliche Magenknurren bieten imme...

Bearbeiten
Finnland News

Jaakko Laitinen & Väärä Raha auf Tournee

Der charismatische Tangosänger Jaakko Laitinen ...

Bearbeiten
Finnland News

Wetterreport für Januar

Der erste Monat des Jahres hat an vielen Orten ...

Bearbeiten
Finnland News

Wovon wir (alb)träumen

Ein Forschungsprojekt der Universität Helsinki ...

Kommentare

Um zu kommentieren bitte Anmelden

Fail GraphicBitte überprüfe deine Angaben. Vielen Dank.

Success RocketHat geklappt. Vielen Dank.

Cookie Warnung

Akzeptieren Für statistische Zwecke und um bestmögliche Funktionalität zu bieten, speichert diese Website Cookies auf Ihrem Gerät. Das Speichern von Cookies kann in den Browser-Einstellungen deaktiviert werden. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.