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Überempfindliche Theaterstudierende oder gesellschaftlicher Wandel?

Seit Mitte Dezember wird die Debatte fortgesetzt, ob die Studierenden der Kunstuniversität einfach überempfindlich sind oder ob traditionelle Kunstwerke tatsächlich kritischer behandelt werden müssten.

von Fantine B. , 01.02.2021 — 0 Kommentare

Theaterakademie Helsinki © Wikimedia Commons / Tappinen

Auch wenn dieses Thema nicht ganz neu ist, wurde die öffentliche Diskussion erst im Dezember durch einen Artikel von Aurora Rämö in der Zeitschrift Suomen Kuvalehti entfacht. In diesem Beitrag berichten Lehrende der Theaterakademie Helsinki (Teatterikorkeakoulu) von Studierenden, die sich über die Vergewaltigungskultur und die männerzentrische Darstellung in den kanonischen Texten beschwert haben und Shakespeare nicht mehr lesen wollten. Manche Lehrende sprechen sogar von Fanatismus.

Saska Saarikoski, der Chefredakteur der Zeitung Helsingin Sanomat, unterstützte die Lehrenden der Theaterhochschule. Ihm zufolge sei es außerdem nicht überraschend, dass gerade Theaterstudierende sich auflehnen, denn Theater sei eine politische Kunst.

Schon am selben Tag hat die Masterstudentin in Performance Suvi Tuominen in einem Leserbrief geantwortet, dass an der Theaterhochschule nicht nur Theater unterrichtet werde, sondern auch z.B. Tanz, Schreibkunst und vieles mehr. Ihrer Meinung nach lehnen sich die Studierenden nicht auf, sondern denken über die Geschichte der Kunst nach.

Einige Tage später wurden weitere Studierende der Theaterhochschule durch den Sender Yle interviewt. Der Suomen Kuvalehti wurde nämlich vorgeworfen, dass in Aurora Rämös Beitrag keine Studierenden miteinbezogen wurden. Die interviewten Studierenden sind der Meinung, der ursprüngliche Beitrag habe die Situation vereinfacht und übertrieben dargestellt. Sie wollen zwar den Dialog mit den Lehrenden suchen und finden es wichtig, den traditionellen Kanon zu hinterfragen und zu kontextualisieren, aber niemand habe sich geweigert, Shakespeare zu lesen.

Noch Anfang Januar sind Beiträge zu dem Thema erschienen, die die Debatte wieder aufgreifen. Die Journalistin Jenny Jägerhorn erklärt den Umfang der Debatte dadurch, dass in Finnland lange eine Konsenskultur geherrscht habe. Gleichzeitig geht es um einen Generationsunterschied und um gesellschaftliche Veränderungen, die für manche Lehrenden schwer zu verstehen oder zu akzeptieren sein können. Internationale Bewegungen wie #metoo und Black Lives Matter haben zu einer Sensibilisierung unter den Jugendlichen und Studierenden beigetragen und sie dazu ermutigt, diese Themen anzusprechen.

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