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Immer weniger Jugendliche lernen Fremdsprachen

In Finnland wird mit Sorge festgestellt, dass sich Jugendliche in den letzten Jahren immer weniger für andere Fremdsprachen als Englisch interessieren. Dabei ist zum Beispiel Deutschland der wichtigste wirtschaftliche Partner Finnlands.

von Fantine B. , 12.04.2021 — 0 Kommentare

Immer weniger Jugendliche lernen Fremdsprachen bis zur Abiturprüfung. © Lehtikuva / Antti Aimo-Koivisto

In den finnischen Schulen ist es möglich, bis zu vier Sprachen zu lernen: zwei ab der ersten Klasse und zwei ab der dritten; nur jeweils eine ist obligatorisch. Dabei muss eine davon die zweite offizielle Sprache des Landes sein (also Schwedisch für Finnischsprachige) und die andere ist in fast allen Fällen Englisch, das meistens als erstes gelernt wird.

Die Anzahl der Schüler, die weitere Sprachen lernen, ist erheblich gesunken: 1997 lernten 43% der Acht- und Neuntklässler eine zusätzliche Sprache; 2012 waren es nur noch 17%. Am stärksten betroffen sind Deutsch und Französisch: 1997 waren 12.411 bzw. 4.392 Schüler zur Abiturprüfung angemeldet und 2020 nur noch 1.611 bzw. 806.

Deutsch bleibt aber in Finnland eine wichtige Sprache in der Wirtschafts- und Technikbranche, denn Deutschland ist der wichtigste wirtschaftliche Partner Finnlands. Viele Ingenieurstudierende machen die Erfahrung, dass Deutsch eine nützliche Sprache ist, um zum Beispiel eine Praktikumsstelle zu finden. Deutsche Firmen mit Filialen in Finnland, wie Lidl, haben Schwierigkeiten, Finnen mit Deutschkompetenzen zu finden.

Lehrende sehen mehrere Gründe dafür, dass das Interesse der Schüler an Fremdsprachen abnimmt. Mit einer Gesetzesänderung von 2006 wurden andere Fächer, die sog. ainereaali „Fächerrealien“ (d.h. alle Fächer außer Mathematik und Sprachen), für das Abitur wichtiger als vorher. Außerdem gibt es in der Oberstufe schon sehr viele Pflichtkurse, sodass die Schüler nicht unbedingt die Zeit oder die Energie haben, andere Sprachen zu lernen.

Ein weiterer Grund ist, dass Englisch in der Umgebung viel präsenter ist, was dazu führt, dass die Finnen es ohne großen Arbeitsaufwand erwerben können. Das ist für andere Sprachen nicht der Fall, wodurch sie schwieriger zu erlernen sind.

Auch die Einwanderung, vor allem in Helsinki, trägt zum Phänomen bei: Kinder und Jugendliche, die zu Hause eine andere Sprache sprechen, müssen schon Finnisch, Englisch und Schwedisch als Fremdsprachen lernen.
Schließlich sind andere Sprachen als Englisch aus finanziellen Gründen nicht in allen Grundschulen verfügbar, was wiederum dazu führt, dass Englisch als erste Fremdsprache gelernt wird.

Sollte eine dritte Fremdsprache in der Schule obligatorisch sein? Sollte Schwedisch nicht mehr obligatorisch sein, um die Möglichkeit zu bieten, eine andere Sprache zu lernen? Ist es überhaupt nötig, viele Sprachen zu können? Diese Fragen werden in Finnland immer wieder gestellt, bisher wurden aber keine endgültigen Antworten gefunden.

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