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Neue Behandlung für neurologische Krankheiten

In Turku wird ab Mai ein Ultraschallgerät für die Behandlung von neurologischen Krankheiten eingesetzt. Die Erfindung eines finnisch-kanadischen Forschers kann z.B. das Zittern von Parkinson- und Tremorpatienten lindern. 

von Swantje , 08.03.2022 — 0 Kommentare

In Turku wird ab Mai ein Ultraschallgerät zur Behandlung neurologischer Krankheiten eingesetzt. © Hush Naidoo Jade Photography / unsplash

In der Universitätsklinik in Turku wird in diesem Frühjahr eine neue Erfindung für neurologische Erkrankungen zum Einsatz kommen. Dabei handelt es sich um eine Ultraschallbehandlung am Gehirn.

Die Erfindung eines finnisch-kanadischen Forschers kann zur Behandlung des sogenannten essentiellen Tremors, der Parkinson-Krankheit und schwerer neuropathischer Schmerzen eingesetzt werden. An erster Stelle stehen Patienten, die unter essentiellem Tremor leiden.

Der essentielle Tremor ist eine vererbbare Tremorerkrankung, bei der beispielsweise das Essen, Schreiben oder Telefonieren überfordernd sein kann. Mit zunehmendem Alter ist die Wahrscheinlichkeit daran zu erkranken immer größer. Bei den über 65-Jährigen liegt die Prävalenz bei etwa 5 Prozent, bei älteren Menschen sogar bei 20 Prozent.

Bei der Behandlung handelt es sich um eine Gehirnoperation, allerdings ohne Schnitte und öffnen des Schädels. Dies funktioniert mit einer Art Helm, welcher in das MRT-Gerät integriert wird und rund 2,2 Millionen Euro kostet. Damit wird dann ein ganz kleiner, sorgfältig ausgewählter Teil des Gehirns verbrannt. Auf diese Art kann zum Beispiel das Zittern eines Patienten gelindert werden. Ultraschallwellen werden auf den überaktiven Kern des Gehirns gerichtet, was das Zittern verursacht. 

Bei der Tiefenhirnstimulation, was die bisherige Behandlungsweise bei z.B. Parkinson ist, wird der überaktive Bereich mit Strom betäubt. Bei einer gezielten Ultraschalltherapie des Gehirns wiederum verbrennen Schallwellen dieses Areal und schalten seine überschießende Funktion aus. 

Janek Frantzén, Facharzt in der Neurochirurgie in Turku, erklärt, dass diese neue Behandlung sehr patientenfreundlich ist. Der Helm wird unter örtlicher Betäubung angebracht, und die vielleicht größte Unannehmlichkeit für den Patienten besteht darin, dass die Haare geschnitten werden müssen. 

Einige Nebenwirkung können aber, wie bei eigentlich jeder Behandlung, trotzdem auftreten. Darunter fallen Taubheit des Gesichts oder der Gliedmaßen. Außerdem ist diese Art der Behandlung noch nicht für jeden Patienten geeignet. Dies hängt von der Schädeldichte ab. 

Gezielter Ultraschall des Gehirns ist eine so vielversprechende Behandlungsform, dass sie bereits mit der Entdeckung von Insulin, Penicillin und Radiographie verglichen wurde.

In der Vergangenheit wurde diese Ultraschalltherapie schon zur Behandlung von Tumoren eingesetzt. 

Frantzén plant ab Mai die ersten Patienten mit dem Ultraschallgerät zu behandeln. Jedes Jahr können damit etwa 20–50 Patienten aus ganz Finnland behandelt werden.

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