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DFG-Stipendiat Jonathan stellt sich vor

Die Deutsch-Finnische Gesellschaft fördert die Verwurzelung finnischer Kultur in Deutschland nicht zuletzt durch Stipendien für Fennistik-Studierende. Einer der diesjährigen Stipendiaten stellt sich euch heute vor.

Die Rektorin der Universität Greifswald Professorin Katharina Riedel (rechts) und Professor der Fennistik Marko Pantermöller (links) bei der Stipendiumsverleihung an Jonathan © Universität Greifswald

Liebe MoinMoi-Gemeinschaft,
als einer von zwei neuen Stipendiaten der Deutsch-Finnischen Gesellschaft freue ich mich, euch zukünftig regelmäßig Eindrücke des gesellschaftlichen Lebens in Finnland hier bei MoinMoi zu geben. Um euch die Möglichkeit zu geben, mich besser kennenzulernen, hat die DFG mich interviewt. Ebenso freue ich mich natürlich auch, euch als Leserschaft kennenzulernen! Gerne könnt unten einen Kommentar hinterlassen, welche Themen euch interessieren.

DFG: Hallo Jonathanlass uns doch mit einem kleinen Steckbrief anfangen und erzähle uns mal, was und wo du studierst, was du am Finnisch lernen und Finnland besonders magst und was dein finnisches Lieblingswort ist.

Jonathan: Hallo zusammen! Ich bin an der Universität Greifswald eingeschrieben – von Finnland gesehen quasi auf der gegenüberliegenden Seite der Ostsee. Dort habe ich kürzlich mein Studium der Betriebswirtschaftslehre abgeschlossen und freue mich, mich nun ganz auf das Studium der Fennistik und der Skandinavistik mit sprachwissenschaftlicher Ausrichtung konzentrieren zu können. Aktuell gehe ich meinem Studium im schwedischen Växjö nach, wo ich zurzeit ein Erasmus+-Auslandssemester absolviere – eine tolle Möglichkeit, im Rahmen des Studiums andere Länder besser kennenzulernen und die eigenen Sprachkenntnisse weiterzuentwickeln.

Dass die finnische Sprache faszinierend und im europäischen Kontext auch sehr besonders ist, ist für unsere Leserschaft sicherlich nichts neues. Was ich am Finnischen besonders mag, ist seine Struktur und Logik. Ob bei der Schaffung neuer Wörter oder der Orthografie – das Finnische kann durch seine zunächst unübersichtlich wirkenden aber eigentlich sehr strukturierten Endungen und Fälle mit nur einem Wort eine Vielzahl von Dingen ausdrücken, für die wir im Deutschen häufig mehrere Wörter benötigen.

Das Finnische strahlt zudem auch das aus, was ich an Finnland so mag: die Bodenständigkeit der Menschen und die Reinheit der Natur. Mein finnisches Lieblingswort drückt zudem in einzigartiger Weise die funktionierende und unkomplizierte Gesellschaft Finnlands aus: sujuva – in etwa geschmeidig funktionierend. Einen Lieblingsort habe natürlich ebenfalls: ich gehe sehr gerne im finnischen Moor wandern: vorzugsweise in Teijo oder im Nationalpark Kurjenrahka.

DFG: Eine der ersten Fragen unter Finnlandinteressierten, die wir dir auch gern stellen möchten, ist natürlich: Wie bist du zur finnischen Sprache und Finnland gekommen? Und lebst du deinen Finnlandbezug auch aktuell noch übers Studium hinaus aus?

Jonathan: Ich wurde zu meinem Glück gezwungen: Als ich 10 Jahre alt war, haben meine Eltern – aus der Freude am Abenteuer – beschlossen, mit meiner jüngeren Schwester und mir aus Norddeutschland nach Südfinnland zu ziehen. Anfänglich fand ich das gar nicht lustig, da ich ja in Deutschland verwurzelt war. Mittlerweile bin ich meinen Eltern sehr dankbar für diese Erfahrung, 10 Jahre in Finnland gewohnt zu haben. Finnland ist durch die Erlebnisse und die dadurch entstandenen Freundschaften zu einer zweiten Heimat geworden. Ich bin dadurch mehrmals jährlich in Finnland und in regem Austausch mit Freunden dort. Außerdem versuche ich auch täglich finnische Nachrichten zu verfolgen, was ob des Umstandes, dass man schon bei den deutschsprachigen Nachrichten kaum hinterherkommt, gar nicht so einfach ist. Zudem bin ich durch meine DFG-Mitgliedschaft erfreulicherweise ohnehin regelmäßig mit finnlandbezogenen Veranstaltungen und Ereignissen in Kontakt. Ein kulturelles Highlight solcher finnland- bzw. nordeuropabezogenen Ereignisse ist dabei der Nordische Klang, welcher jährlich bei uns in Greifswald stattfindet.

DFG: Hattest du schon vor deinem Master und dem Stipendium schon etwas mit der DFG zu tun?

Jonathan: Man kann sogar sagen, dass mich die DFG zum Master gebracht hat. Mitglied wurde ich während meines BWL-Studiums aufgrund des Bedürfnisses, mehr Kontakt mit Finnisch und anderen Menschen mit Finnlandbezug in Greifswald zu haben. Dadurch haben sich dann diverse Veranstaltungen und Kontakte ergeben, wodurch ich mich dann nur wenig später parallel zum BWL-Studium als Student der Fennistik wiederfand. Mir hat das vor Augen geführt, was für ein wertvolles Finnland-Netzwerk die DFG in Deutschland darstellt – auch für akademische und berufliche Zwecke. Mit dem Stipendium verleiht die DFG dem Fennistik-Studium zudem eine besondere Wertschätzung, und ich bin sehr dankbar, mich dadurch nun ganz auf das Studium konzentrieren zu können.

DFG: Was hat dich am Fennistik-Studium am meisten geprägt?

Jonathan: Die Fennistik-Institute der Universitäten in Greifswald, Köln, Prag und Warschau veranstalten seit Jahren unter Förderung des finnischen Bildungsministeriums eine regelmäßige Herbstschule in einer der vier Städte. Ich durfte bisher bereits an zwei solcher Herbstschulen teilnehmen und empfand beide als sehr prägende und horizonterweiternde Ereignisse. Eine Woche Vorträge und Workshops von zahlreichen interessanten Menschen mit verschiedensten Themen zu verfolgen sowie die den eigenen Vortrag vorzubereiten erweitern das eigene Spektrum in kürzester Zeit enorm. Alle Veranstaltungen haben Finnlandbezug und die Lingua Franca zwischen den aus mehreren Ländern kommenden Teilnehmenden ist Finnisch. Das ist – in dieser Größenordnung – etwas ganz besonderes und eine großartige Möglichkeit, sich zu vernetzen.

DFG: Du hast schon einen ersten Artikel für die MoinMoi-Seite geschrieben. Welche Themen interessieren dich besonders, auf was für Beiträge kann sich die Leserschaft also freuen?

Jonathan: Mein beruflicher und akademische Hintergrund ist ziemlich wirtschaftlich geprägt, weshalb eines meiner Interessengebiete auch in der Betrachtung der finnischen Wirtschaftswelt und insbesondere der deutsch-finnischen Wirtschaftsbeziehungen liegt. Mindestens genau so interessant finde ich jedoch auch die finnische Politik, welche angesichts der geopolitischen Veränderungen rund um den Angriffskrieg auf die Ukraine auch neue internationale Beachtung findet. Hinzu kommt ein besonderes Interesse für die Eisenbahn, welcher ich hier und da sicherlich auch mal den einen oder anderen Artikel im finnischen Kontext widmen werde.

DFG: Was versprichst du dir von der Zeit als Stipendiat und kannst du dir vorstellen, auch darüber hinaus weiter bei der DFG aktiv zu sein – wenn ja, in welchem Bereich?

Jonathan: Ich bin mir sicher, als Stipendiat die DFG als Verein noch besser kennenlernen zu können. Schon jetzt habe ich gemerkt, dass die DFG in ihrer Größe nicht zu unterschätzen ist, und mit ihren zahlreichen Landesverbänden auch viele verschiedene Schwerpunkte setzt. Besonders beeindruckt hat mich die Feststellung des Auswärtige Amtes, dass die DFG eine der größten bilateralen Vereinigungen ihrer Art ist. Ich freue mich sehr, seit nun etwa anderthalb Jahren Teil davon sein zu dürfen und bin gespannt, was sich nach dem Stipendium ergibt.

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