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Rezension: Hiltrud Baier: Helle Tage helle Nächte

Hier die bereits angekündigte Rezension aus der Deutsch-Finnischen Rundschau 178.

von DFGliest , 09.10.2018 — 0 Kommentare

Hiltrud Baier: Helle Tage helle Nächte © FISCHER Krüger

Ihre ersten Romane Totenleuchten und Septemberschuld (beide Kiepenheuer & Witsch) schrieb Hiltrud Baier unter dem Pseudonym Klara Nordin (Besprechung siehe DFR 167).
Ihr dritter Roman Helle Tage helle Nächte, erschienen unter ihrem richtigen Namen, ist eine Familien­geschichte, die in einer Kleinstadt am Albtrauf in Baden-Württemberg und in Jokkmokk am nördlichen Polarkreis in Schwedisch-Lappland spielt.

Und darum geht‘s: Die schwer erkrankte Rentnerin Anna Albinger beschließt, noch bevor es zu spät ist, ihr Leben zu ordnen und sich vor allem von einer Lebenslüge zu befreien. Sie schickt ihre Nichte, die frisch geschiedene Frederike, mit einem Brief nach Lappland, den sie an Petter Svakko in Jokkmokk übergeben soll. Frederike ist nicht begeistert, aber sie fährt in den Norden und kann nach Tagen der Einsamkeit in der Wildnis endlich den Brief an Petter übergeben und findet auch einen Brief ihrer Tante an sich selbst.

Aus den Perspektiven von Anna und Frederike führt die Autorin durch die Geschichte. Die Geschichte fesselt und vor allem begeistert die dichte Erzählweise von Hiltrud Baier. Die Sprache ist anschau­lich. Am stärksten sind die Naturbeschreibungen und die kleinen Alltagsbeobachtungen. Der Leser fühlt sich in Jokkmokk am Polarkreis ebenso zu Hause wie in dem kleinen Ort im Schwäbischen, wo Anna wohnt.

Die hellen Tage und Nächte in Lappland spürt der Leser förmlich und man bekommt wirklich Lust, diese Atmosphäre, die Natur und Stille Lapplands selbst zu erleben! Hier eine Kostprobe: „Und diese Nächte waren ja auch keine Nächte mehr, denn es wurde nie dunkel. Sie lief in der Mitternachtssonne, über ihr kreiste der gleißende Ball, der es taghell sein ließ, und Frederike spürte mit jeder Faser ihres Körpers, wie ihre Energie allmählich wieder zurückkam.“

Hiltrud Baiers authentischer Erzählung merkt man an, dass sie sich im Schwäbi­schen ebenso wie in Lappland auskennt. Geboren in Heilbronn lebt sie heute mit ihrer Familie in Jokkmokk. Das Örtchen Jokkmokk, am nördlichen Polarkreis ge­legen, ist das Zentrum der samischen Kultur in Schweden. In Baiers Roman bekommt diese Kultur einen besonderen Stellenwert. So fängt der Roman auch mit einem samischen Sprichwort an: „Auch die Stille erzählt.“

Ich kann Helle Tage helle Nächte auf jeden Fall empfehlen. Das Buch hat mich vom ersten Moment an gefesselt und ich las es fast in einem Zug durch. Auch wenn die Geschichte in Schweden spielt, wird sie auch Finnlandfreunden gefallen, denn die hellen Nächte in Lappland kennen keine Ländergrenzen! Ich hoffe, dass es bald wieder neue Geschichten von Hiltrud Baier aus Jokkmokk gibt.

Hiltrud Baier: Helle Tage helle Nächte, FISCHER Krüger, ISBN: 978-3-8105-3038-7, 352 Seiten, 20 Euro. Eine Rezension von Marjaana Staack in der Deutsch-Finnischen Rundschau 178.

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