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Rezension: Leena Lehtolainen: Das Ende des Spiels

Leena Lehtolainen, Die Krimi-Autorin aus Finnland, brachte mit  Viattomuuden loppu -  Das Ende des Spiels - den 14. Fall der Komissarin Maria Kallio auf den Krimimarkt. Lesen Sie hier die Rezension aus der Deutsch-Finnischen Rundschau vom Chefredakteur Siegfried Breiter.

von DFGliest , 20.12.2018 — 0 Kommentare

Leena Lehtolainen: Das Ende des Spiels © rororo

Was braucht es für einen guten Krimi? Einen Autor, hier eine Autorin, die viele Fährten legt. Einen Ermittler, hier eine Ermittlerin, mit der die Leser/innen den Fährten folgen, Irrtümer ein­geschlossen, um am Ende die Spur zum Täter zu finden – ob weiblich oder männlich soll nun offen bleiben.

All das und noch viel mehr, vielleicht zu viel, hat der 14. Fall der Reihe Maria Kallio ermittelt. Der Name ist Programm: Kallio – hart wie ein Fels ist die Ermittlerin. Der Vorname Maria steht für die sehr persönliche, weib­liche, emotionale Seite.

Die Ich-Erzählerin Maria Kallio, Ehefrau und Mutter zweier Heranwachsen­der, lässt ihre Leser/innen auch intensiv an ihrem familiären Leben teilhaben – neben ihrer Arbeit als haarscharf denkender, logische Schlüsse ziehender und mutig-entschlossen handelnder Kommissarin.

Der aufzuklärende Fall beginnt mit dem Mord an einer Sexualstraftäterin, die sich an Kindern vergangen hat. Verübt wurde die Tat kurz nach der Haftentlassung der Täterin. Lange tappen Maria und ihre Kollegen im Dunkeln. Als eine weitere Tote aufgefunden wird, entdeckt Maria zwischen den beiden Todesfällen eine Verbindung und der Fall nimmt Fahrt auf.

Die Geschichte spielt im Großraum Helsinki in der Jetztzeit. Aktuelle Themen – neben dem an sich schon bezeichnenden Ausgangspunkt, nämlich dem von einer Fau verübten Sexualdelikt – werden in den Plot gemischt: Fremdenfeindlichkeit, Shitstorm und Hassparolen im Netz, Mob­bing in der Schule, Verzöge­rungen beim Metrobau, Datenschutz, Ehe­scheidung mit Konflikt um die Kinderbesuchsregelung, Homosexualität. Dass der Gefängnis­pastor als Haustier eine Würgeschlange namens Mephistopheles hält, sorgt zwar kurzzeitig für Spannung, ist dann aber doch des Guten zu viel.

Der Krimi liest sich flott, wenn auch die Dialoge hin und wieder etwas sperrig klingen – sicher war es für die Übersetzerin auch eine  Herausforderung, für die finnische Umgangssprache adäquate Töne zu treffen.

Bis zur Auflösung steigert sich die Spannung immer mehr und bietet zuletzt auch „schwer verdauliche Kost“, da wir Zeugen eines abscheulichen Verbrechens werden. Am Ende bestürzen die mit den Abgründen menschlicher Sexualität verbundenen Untaten, die nicht fiktiv sind, sondern traurige Realität.

Leena Lehtolainen: Das Ende des Spiels (Viattomuuden loppu), übersetzt von Gabriele Schrey-Vasara, rororo  2018, 448 Seiten, ISBN:  978-3-499-27488-6, 10, 99 Euro (eBook 9,99 Euro), eine Rezension in der Deutsch-Finnischen Rundschau 179 von Siegfried Breiter.

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