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Lempi, das heißt Liebe

2018 erschien bei Hanser Literaturverlage Lempi, das heißt Liebe von Minna Rytisalo. Hier ein Beitrag über diesen Rytisalo-Debütroman von Maria Bürkle.
 

von DFGliest , 20.02.2019 — 2 Kommentare

Minna Rytisalo, Lempi, das heißt Liebe © Hanser Literaturverlage

Es ist die Geschichte der geheimnisvollen Lempi, erzählt von drei Personen, die alle in einem engen Verhältnis zu Lempi standen. 

Die erste Erzählung ist die von Viljami, dem Bauernsohn, der Hals über Kopf in Lempi, die „bessere Tochter“ eines erfolgreichen Kaufmanns aus Rovaniemi, verliebt, sie heiratet und auf seinen Hof Pursuoja bringt. Dann die Erzählung der Magd Elli, die Viljami einstellt, um Lempi, die das Landleben nicht gewohnt war, zu unterstützen und ihr zur Seite zu stehen. Und die dritte Erzählerin ist Sisko,  die Zwillingsschwester von Lempi. 

Nach nur einem Sommer als Ehemann von Lempi wird Viljami 1943 zum Kriegsdienst eingezogen, und Lempi bleibt mit der Magd Elli auf dem Hof. Dass Lempi schwanger war, erfährt Viljami erst an der Front. Die Magd Elli möchte gern selbst an Viljamis Seite sein und ist eifersüchtig auf Lempi, die ihrer Meinung nach ein Nichtsnutz ist. Lempis Zwillingsschwester Sisko bleibt in Rovaniemi und findet eine Anstellung im Schreibbüro der deutschen Waffenbrüder und verliebt sich in Max, einen deutschen Soldaten.

An der Front erhält Viljami Post von Elli, die ihm mitteilt, dass Lempi verschwunden sei und ihren neu geborenen Sohn auf dem Hof zurückgelassen habe. In einem weiteren Brief erfährt Viljami, dass Lempi gestorben sein soll. Körperlich unversehrt aber tief traurig kehrt Viljami nach Kriegsende zu seinem Bauernhof zurück, wo Elli auf ihn wartet. Sisko wiederum muss mit Max vor den nahenden Russen fliehen.

Was genau mit Lempi passiert war und wie tragisch die Ereignisse des Krieges in Lappland waren, erfährt man, wenn man das Puzzle der drei Erzählungen übereinanderlegt. Es ist einerseits eine Liebesgeschichte, andererseits eine Erzählung über Eifersucht aber auch eine Geschichte über das Leben in Lappland als die deutsche Wehrmacht in Finnland war.

Hilfreich für die, die über Finnlands Rolle im Zweiten Weltkrieg nicht gut informiert sind, ist die Kurzerläuterung der Übersetzerin am Ende des Buches mit Zahlen und Fakten.

Minna Rytisalo (Jg 1974), in Lappland geboren und aufgewachsen,  ist Finnischlehrerin und veröffentlicht seit Jahren Artikel über die Literatur und über das Lesen, seit ein paar Jahren als Literaturbloggerin.  „Lempi, das heißt Liebe“ ist ihr  Debütroman. In seinem Erscheinungsjahr 2016 war das Buch in Finnland ein Riesenerfolg und erreichte mehrere Preise, u. a. den „Kiitos kirjasta“- sowie den Botnia- und den Finlandia-Preis der finnischen Buchblogger. Im Herbst 2018 ist Minny Rytisalos zweiter Roman „Rouva C.“ erschienen, der über das Leben der jungen Minna Canth erzählt. Auch dieses Buch hat in Finnland viel Aufmerksamkeit erweckt und wurde bereits für Preise vorgeschlagen. Hoffentlich kommt bald eine deutsche Übersetzung!

Minna Rytisalo, Lempi, das heißt Liebe, bei Hanser Literaturverlage, aus dem Finnischen von Elina Kritzokat, Nachwort von Elina Kritzokat, ISBN: 978-3-446-26004-7

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Kommentare

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Syysmyrsky 25. Februar 2019 19:17

Hätte es bei den Kommentaren eine Editierfunktion, müsste ich jetzt nicht nachlegen ;-) Es muss natürlich 07.12.2018 heißen...

Syysmyrsky 25. Februar 2019 16:47

Dieses Buch wurde auch am 07.12.2008 im Literarischen Quartett des ZDF durchgekaut. Die Besprechung liegt zwischen den Minuten ~26:50 und ~36:10 min. Wie lange es in der ZDF-Mediathek noch aufrufbar ist, weiß ich nicht, hier jedenfalls der Link dorthin: https://www.zdf.de/kultur/das-literarische-quartett/das-literarische-quartett-vom-7-dezember-2018-100.html

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