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Rezension: Max Seeck: Der gesetzlose Richter

Lesen Sie hier eine weitere Rezension aus der Deutsch-Finnischen Rundschau: Spannung und Action mit Max Seeck.

von dfgliest , 24.05.2019 — 0 Kommentare

Max Seeck: Der gesetzlose Richter © Blanvalet

Er stieß die Beretta tief in den Mund des Mannes und spürte wie ihn ein Schauder durchfuhr, als der Pistolenlauf  über die scharfen Kanten der abgebrochenen Zähne kratzte, der wenigen, die noch im Kiefer steckten. Überall war Blut ...

Bei dem Einstieg in den Thriller muss man schon hart im Nehmen sein! Wer Spannung und Action mag, dem sei Max Seecks Debüt empfohlen und geraten, sich an dem Tag nichts weiter vorzunehmen. Die Geschichte nämlich legt sofort ein flottes Tempo vor und hat alles, was man von einem guten Thriller erwarten darf: einen Helden mit einer dunklen Vergangenheit, eine schöne und intelligente Frau, internationale Schauplätze und natürlich Nervenkitzel.

Jare Westerlund, Mitarbeiter der finnischen Botschaft in Zagreb, wird vermisst. Vor seinem Verschwinden, so wird verlautet, sei er anonym bedroht worden. Um den vermeintlichen Entführungsfall aufzuklären, entsendet das finnische Außen­ministerium Daniel Kuisma in die kroatische Hauptstadt. Kuisma gilt als Balkanexperte.In den neunziger Jahren war er als Blauhelm im Jugoslawienkrieg, aus dem er tief traumatisiert nach Finnland zurückgekehrt war. Dennoch nimmt er den Geheimauftrag an und ist überrascht, dass ihm als Profilerin vom Auftraggeber Annika Lehto zur Seite gestellt wird. Dass die beiden lange Zeit nicht mit offenen Karten spielen, macht die Aktion nicht besser. In Kroatien trifft Kuisma auf seinen alten Freund Antonio, mit dem er einst in der Eliteeinheit „Die Engel von Hammurabi“ Kriegsverbrecher aufspürte und an die Behörden auslieferte. Jemand will Rache an den Mitgliedern der Gruppe nehmen. Während der Ermittlungen merkt der Finne schnell, dass das Verschwinden des Diplomaten nur ein Vorwand war und er nun selbst ins Fadenkreuz eines unbekannten Hintermannes geraten ist.

Seeck spinnt eine raffinierte und action-reiche Politstory in kurzen Kapiteln, die wie Filmschnitte wirken. Immer wieder kommen neue Personen ins Spiel, wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und zwischen Zeitebenen gewechselt. Dabei weiß der Leser nie mehr als die Protagonisten, die in die eine oder andere Falle tappen und  sich scheibchenweise in einem Geflecht von Misstrauen, Macht, Geld und Gewalt bis zum Plot vorarbeiten. Der ist dann doch ganz anders als gedacht und birgt Potenzial für die zwei weiteren Folgen, deren Rechte der Verlag sehr zu recht bereits erworben hat. Fortsetzung folgt, man darf gespannt sein!
 
Max Seeck: Der gesetzlose Richter (Hammurabin enkelit, Helsinki: Tammi Publishers, 2016). Aus dem Finnischen von Peter Uhlmann. München: Blanvalet Verlag, 2018, 478 S., ISBN 978-3-7341-0515-9, 9,99 Euro. Eine Rezension aus der Deutsch-Finnischen Rundschau 180 von Petra Sauerzapf-Poser.
 

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