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Rezension: Ulrich Land: Krätze eiskalt

Hier eine neue Rezension aus der Deutsch-Finnischen Rundschau.

von dfgliest , 13.03.2020 — 0 Kommentare

Ulrich Land: Krätze eiskalt © Oktoberverlag

Im neuen Roman Krätze eiskalt, der als Finnland-Krimi mit Rezepten untertitelt ist, verschlägt es die Hautfigur Felix eher zufällig nach Finnland.

Felix ist Student und schreibt eine Masterarbeit über Retro-Design. Sein Onkel ist ein berühmter Designer, der durch das Entwerfen von Stühlen reich wurde. Auf einer Feier, auf der Felix ihn um Rat für seine Arbeit fragt, eröffnet dieser ihm, dass er ein Haus in Finnland besitzt, von dem nur er wisse. Dort, in der Abgeschiedenheit Kareliens, könne Felix seine Arbeit ungestört zu Ende schreiben. Dieser willigt ein.
Mit der Ruhe ist es aber schnell vorbei, denn als Felix in Karelien ankommt, wird er europaweit als Entführer seines Onkels gesucht! Als dieser Stunden später in der Hütte auftaucht, eröffnet er Felix einen ungewöhnlichen Deal und zudem Details aus der Familiengeschichte, die eine lange Odyssee in Gang setzen, in der es um Krätzmilben, den Kölner Dom und die Firma mit dem Apfel geht ...

Ulrich Land ist mit diesem Werk eine wirklich neue und sehr eigene Interpretation nordischer Krimis gelungen.
Die gesamte Geschichte ist von unerwarteten Wendungen geprägt, und der Leser kann sich zu keinem Zeitpunkt sicher sein, wie das Ganze weitergeht oder endet. Diese Sequenzierung ist der Tatsache geschuldet, dass der Roman zunächst im Internet als Fortsetzungsroman erschien, was man einzelnen Kapitel durch Cliffhanger manchmal anmerkt. Zudem erkennt man beim Lesen schnell, dass die Handlung eigentlich für die Bühne bzw. als Hörbuch geschrieben wurde, was das größte Manko des gedruckten Werkes ist. Es liest sich manchmal mehr wie ein Dramentext oder Drehbuch, und sperrige Wörter, Abstraktionen und Wortspiele erschweren den Lesefluss. Erst als Hörbuch oder in einer Lesung mit Musikbegleitung entfaltet die Geschichte durch die Stimmen und die klangliche Untermalung ihren ganzen Charakter. Gehört ist die Geschichte ein wahrer Genuss, weswegen ich jedem Krimi-Interessierten dieses Buch wärms­tens empfehlen kann, vor allem aber jedoch in der Hörbuchfassung.

Die gedruckte Version eignet sich zusätzlich zum Vertiefen oder Nachlesen und vor allem wegen des Anhangs, in dem zahlreiche finnische Rezepte versammelt sind. Wer nach dem „Lesen“ des Hörbuchs Klang, Text und Kulinarik zu einem Gesamtkunstwerk abrunden möchte, sollte auf jeden Fall zugreifen!

Ulrich Land: Krätze eiskalt – Finnland Krimi mit Rezepten. Oktoberverlag 2018, 300 Seiten. ISBN: 978-3-946938-46-0, 16,90 Eur. Eine Rezension in der Deutsch-Finnischen Rundschau 184 von Daniel Wellinghausen.

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