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Rezension: Tove Jansson: Briefe von Klara

In diesem Jahr erschienen im Verlag Urachhaus die Erzählungen "Briefe von Klara". Lesen Sie hier die Rezension in der Deutsch-Finnischen Rundschau.


von dfgliest , 13.12.2020 — 0 Kommentare

Tove Jansson: Briefe von Klara © Urachhaus

Eines ist nach Lektüre dieser Erzählungen sicher: Ältere Damen sollten nie unterschätzt werden! Sie können bestimmend sein und überheblich, geradezu durchtrieben und doch wunderbar naiv, vor allem aber haben sie ihren eigenen Kopf (auch wenn sie vielleicht manchmal nicht wissen, wo der ihnen gerade steht). Das gilt auch für alle anderen Figuren, denen wir hier nach und nach begegnen.

Auch wenn niemand klar als Figur aus anderen Werken Janssons erkennbar ist, fühlt sich das Lesen doch an wie das Eintauchen in eine vertraute Welt aus Kunst und Meer, Gesellschaft und Allein-sein-Wollen. Vor allem aber gelingt es Jansson wie so oft, mit Wohlwollen auf ihre Figuren zu schauen und ihre (zahlreichen) Eigenheiten eher zu feiern als zu verurteilen.

Es hätte eine tiefgehende sozialkritische Studie werden können über den Vater, der kaum in der Lage ist, sich dem Sohn gegenüber zu öffnen. So ist es eine Miniatur geworden über einen jungen Künstler, der seinen Platz im Leben sucht und einen Vater hat, der ihn auf seine Weise dabei unterstützt. Das alles ist leicht zu lesen und berührt, umso mehr lohnt es sich, nach den Erzählungen innezuhalten und ihre Tiefe zu suchen. Denn die ist da, wie immer bei Tove Jansson.

Dass Urachhaus gerade ihre Texte in neuen Übersetzungen herausgibt und sie nicht auf die Mumins reduziert bleiben muss, ist daher umso erfreulicher.
 
Tove Jansson: Briefe von Klara. Erzählungen. Brev från Klara. Aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer. Urachhaus 2020. 137 Seiten. ISBN 978-3-8251-5250-5, 18 Euro. Eine Rezension in der Deutsch-Finnischen Rundschau 187 von Saskia Geisler.

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