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Rezension: Juha Mäntylä: Tango für mein rothaari­ges Mädchen

Dieser Krimi bringt den Leser nach Seinäjoki, die Tangostadt von Finnland. Lesen Sie hier die Rezension aus der Deutsch-Finnischen Rundschau.


von dfgliest , 03.10.2021 — 0 Kommentare

Juha Mäntylä: Tango für mein rothaari­ges Mädchen © Antium Verlag

Seinäjoki. Wer denkt da nicht an Tango, die Leidenschaft, die seit 1985 Hunderttausende in die Stadt zieht. Eine ganze Sommerwoche dreht sich hier alles um den finni­schen Tango. Es darf nach Herzenslust getanzt, gespielt, gesungen werden. Zum Abschluss werden die Tango-Königin und der Tango-König gekrönt.

Diese kulturvolle Stadt, in der von Juni bis August an fast jedem Wochenende irgendein Festival stattfindet, hat Juha Mäntylä als Schauplatz seines Kriminal­romans gewählt. Das 2013 in Finnland erschienene Buch hatte der in Lapua lebende und recht produktive Autor bereits 2009 fertig gestellt. Damals, als man noch die neuesten Nokia-Handys in der Schaufensterauslage bewundern konnte.

In einem Park im Stadtzentrum wird die Leiche des Anlageberaters Jan-Erik Huovinen aufgefunden. Herzversagen heißt es. Neben seiner Aktentasche findet die Polizei ein Stück Papier mit einer Strophe aus Olavi Virtas Tango "für mein rothaariges Mädchen". Das ist zunächst der einzige Anhaltspunkt für die Polizei. Denn der smarte Mittdreißiger war kerngesund, galt als Arbeitstier und lebte ein eher unauffälliges Leben. Noch bevor die Ermittlungen so richtig Fahrt aufnehmen können, gibt es eine zweite Leiche. Die junge Frau soll nicht die letzte Tote sein. Bei fast allen Opfern hinterlässt der Täter Zeilen aus bekannten Schlagern oder Tangos. Das aufzuklären ist Sache von Kriminalkommissar Reino Mäntyranta. Er ist nicht gerade das, was man einen Draufgänger nennt, eher so ein Durchschnittstyp, der – aus welchen Gründen auch immer – beruflich bei der Polizei gelandet ist. Sein Privatleben wirkt irgendwie eintönig, wenn es da nicht die immer wiederkehrenden Alpträume, diese Dämonen, gäbe und die gesundheitlichen Probleme, die ihn für kurze Zeit sogar ganz aus dem Verkehr ziehen. In der Beziehung zu seiner Freundin, der er einen Heiratsantrag machen will, steht auch nicht alles zum Besten. Susanna hat es faustdick hinter den Ohren, wie sich am Ende noch herausstellen soll. 

Mäntyranta und seine Kollegen ermitteln in alle Richtungen und geraten in einen regelrechten Sumpf von Alkohol, Drogen und Prostitution und zu Mr. Mambo, einem polizeibekannten Kriminellen. Dabei kreuzen immer wieder seltsame Typen und die üblichen Verdächtigen auf, die reichlich für Verwirrung sorgen, was Mäntyranta zuweilen überfordert. Er weiß nicht mehr, was er glauben soll. Je näher er aber der Lösung kommt, umso mehr betrifft der Fall ihn selbst. Erst durch Teemu Jurkka, einen Privat­detektiv aus Pori, der mit seinen Erkenntnissen das Puzzle vervollständigt, sieht Mäntyranta klarer.
Auf der Fähre nach Stockholm kann der Fall, der mittlerweile internationale Dimensionen angenommen hat, aufgeklärt werden. Dass dabei nicht alles nach Plan verläuft, haben sich die Ermittler allerdings selbst zuzuschreiben.
 
Juha Mäntylä: Tango für mein rothaari­ges Mädchen (Tango punatukkaiselle tytölleni, 2013), aus dem Finnischen von Beat Hüppin. Antium Verlag, 2021, 336 Seiten, ISBN 978-3-907132-19-7, 19,50 Euro.
Eine Rezension in der Deutsch-Finnischen Rundschau 190 von Petra Sauerzapf-Poser.
 
 

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