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Rezension: Antti Tuomainen: Die Bibermethode

Nach den Vorgängerromanen Der Kaninchenfaktor (2021) und Das Elchparadoxum (2022) erschien im letzten Herbst Die BiberMethode als letzter der Reihe um den Versicherungsmathematiker Henri Koskinen. Lesen Sie hier die Rezension von Petra Sauerzapf-Poser.

von DFGliest , 31.01.2024 — 0 Kommentare

Antti Tuomainen: Die Bibermethode © Rowohlt

Das Leben von Henri Koskinen verläuft in geordneten Bahnen, man könnte es auch eintönig und langweilig nennen. Der studierte Versicherungsmathematiker hat es nicht so mit dem Zwischenmenschlichen, er lebt für seine Zahlen und Statistiken und ist zudem etwas unflexibel, was seinen Arbeitsplatz angeht. So verwundert es nicht, dass er seinen Job verliert und keinen neuen findet, weil ausgerechnet jetzt kein Bedarf an Versicherungsmathematikern besteht. Dennoch erwartet ihn eine neue Aufgabe. Sein verstorbener Bruder hinterlässt ihm einen Vergnügungspark mitsamt Belegschaft und 200 000 Euro Schulden. So bleibt Henri nichts weiter übrig, sich dieser neuen Herausforderung zu stellen. Und er wuppt sie mit mathematischem Kalkül und, nun ja, unkonventionellen Mitteln. Schließlich geht es auch um die Jobs seiner fünf Mitarbeiter. Dass sein zielführender Weg von einigen Leichen gepflastert ist, für die er nicht wirklich etwas kann, das passiert eben. Sein kleines Team, das ihm die Treue hält, steht wehrhaft und solidarisch hinter ihm.

Wie in den beiden Vorgängerromanen Der Kaninchenfaktor (2021) und Das Elchparadoxum (2022) stolpert Henri – wie immer unvermittelt – so auch in der Biber-Methode, dem letzten Teil der Reihe, in ungemütliche Situationen.

Dabei hat sein Leben eine besondere Wendung erfahren. Henri hat sich in Laura, eine Künstlerin mit Vergangenheit, verliebt und zieht zu ihr und ihrer Tochter Tuuli. Zum ersten Mal hat er ein Familienleben, für dessen Fortbestand er bereit ist, alles zu geben. So wird er, mehr aus Versehen, Mitglied des Clubs engagierter bastelnder, häkelnder Väter, die ihren Kindern unbedingt eine Klassenfahrt nach Paris ermöglichen wollen. Da kommt Henri, dessen finanzielle Expertise hier gefragt ist, gerade recht. Auch Laura, die mit einem großen Kunstprojekt beschäftigt ist, darf und soll sich seiner Unterstützung sicher sein. Aber es kommt wieder einmal anders.

Am anderen Ende der Stadt lockt der neue Purzelbaumpark das Publikum mit freiem Eintritt und kostenlosen Attraktionen, um Henris Unternehmen in den Ruin zu treiben. Henri, der an Vernunft und Ordnung glaubt, sich auf Mathematik und Logik verlässt, macht sich also auf, um die Sache mit der Konkurrenz vor Ortzu klären. Doch mit Vernunft ist da nichts zu machen. Die Gegner mit den schlechten Manieren erklären ihm den Krieg. Und so dauert es auch nicht lange, da kniet Henri nicht nur vor der ersten Leiche (davon gibt es in der Trilogie mehr als genug), sondern gerät zwischen die Fronten seiner konkurrierenden Widersacher.

Antti Tuomainen versteht es vielleicht wie kein anderer Spannung und Humor miteinander zu verbinden und zugleich eine warmherzige Geschichte über die wirklich wichtigen Dinge des Lebens – Liebe, Tod und Versicherungsmathema­tik – zu erzählen. Die Biber-Methode ist ein kleines, feines Lehrstück über Vertrauen und Zusammenhalt, Solidarität und Gemeinschaftssinn. Und ein Lesevergnügen!
 
Antti Tuomainen: Die Bibermethode (Majavateoria). Aus dem Finnischen von Nina und Jan Costin Wagner, Hamburg: Rowohlt 2023, 288 Seiten, ISBN: 978-3498002633, 20 Euro. Eine Rezension in der Deutsch-Finnischen Rundschau 199 von Petra Sauerzapf-Poser.

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